Was ist eine larvierte Sinnkrise?

So wie es eine larvierte Depression gibt - eine Depression, die sich hinter anderen Symptomen verbirgt - gibt es auch eine larvierte Sinnkrise, die sich vornehmlich hinter anderen Aktivitäten verbirgt:

   Vor allem durch Smartphones kann man heutzutage jede freie Minute durch Medienkonsum füllen - und muss dadurch nicht über wesentliche Dinge des Lebens nachdenken: etwa den Sinn des Lebens. Man kann jede freie Minute durch Instagram und Facebook posts scrollen, auf WhatsApp oder andere Nachrichten antworten oder reagieren, sich Videos ansehen, Podcasts anhören, Blogs lesen, oder etwas online einkaufen (oder recherchieren, was man man als nächstes kaufen möchte). Aber auch Handyspiele können wunderbar den Tag ausfüllen (Smartphonesucht, Onlinesucht).

   Andere Aktivitäten, mit denen man die Tage ausfüllen kann, um sich nicht mit dem Sinn des Lebens - oder der eigenen Sinnkrise - befassen zu müssen sind: Fernsehen, Alkoholkonsum, Konsum von Energydrinks (Sinnkrisen gehen oft mit Müdigkeit einher, weil man ja kein klares Ziel vor Augen hat), Haustiere (vor allem Hunde füllen recht viel Zeit des Tages), Selbstoptimierung durch Sport (Sportsucht), durch Psychotechniken (Meditation) - aber auch durch Meditation als Suche nach Spiritualität (= Spiritual Bypassing).

All das können - müssen aber nicht - Aktivitäten sein, die eine Sinnkrise überdecken können.


Was ist toxische Spiritualität? Begriff, Definition

Toxische Spiritualität ist nach der Religionspsychologin Victoria Rationi ("Spiritual Bypassing") jede spirituelle Lehre, in der die Begriffe Hilfsbereitschaft, gesellschaftliche Solidarität, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Antidiskriminierung, Demokratie, Gewaltfreiheit keine zentrale Rolle mehr spielen.

Personen, die sich einer toxischen Spiritualität verschrieben haben, erkennt man daran, dass sie keinerlei gesellschaftlichen Beitrag leisten, ein Desinteresse an Politik entwickelt haben (Politikverdrossenheit), und versteckt hinter Praktiken wie Meditation, Yoga, Achtsamkeit, Beten oder Mantrensingen, Diskussionen über spirituelle Texte letztlich ein egoistisches Leben leben.

Dahinter kann einerseits Narzissmus stecken, aber auch - beim absoluten Folgen eines Gurus oder einer spirituellen Führerpersönlichkeit - eine verleugete Vatersehnsucht (Victoria Rationi), oder sogar eine gefährliche Unterwürfigkeit (autoritäre Persönlichkeit / autoritärer Charakter: siehe Erich Fromm und Theodor W. Adorno). Auch eine Sinnkrise ist oft der Auslöser dafür.

Personen in einem Kloster oder Ashram haben zudem manchmal gar keine andere Möglichkeit als zu Beten oder zu Meditieren (Rationi: "Warum Mönche meditieren müssen").

"Im Hier und Jetzt Leben ist letztlich das Gegenteil von Enkeltauglichkeit" meint dazu auch Colin Bear (die Achtsamkeitsfalle), und spricht dabei vom Thema Umweltschutz. "Und wer nichts aus der Geschichte lernen will, weil er im Hier und Jetzt leben will, landet vielleicht in einem autoritären Regime (oder befindet sich bereits in einem solchen Land und flüchtet sich in eine spirituelle Parallelwelt)".

Begriff, Definition, siehe auch>

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